Darf Liebe niemals weh tun? What is love? Baby don´t hurt me

von | Okt 23, 2021 | Allgemein | 0 Kommentare

Darf Liebe niemals weh tun? 

„Wenn es schmerzt, ist es keine Liebe“, hören wir so oft. Doch stimmt das auch? Darf Liebe niemals weh tun? Wenn dein Partner dich verlässt oder er im Streit etwas Verletzendes gesagt hat und dir das weh tut, ist das dann gleich ein Zeichen, dass du nicht wirklich liebst?

Oder wenn du einen Mann oder eine Frau nicht loslassen kannst, obwohl du weißt, dass dir die Beziehung mit ihm oder ihr nicht guttut und dir das weh tut, musst du dann auch zu dem Schluss kommen, dass du nicht wirklich liebst?

Ich teile diese Meinung nicht. Denn Liebe ist ein sehr umfassender Begriff und bevor wir zu dem Schluss kommen „Dann ist es keine Liebe“ sollten wir uns zuerst anschauen, von welcher Liebe wir denn überhaupt sprechen.

 

Liebe ist so viel.

Es gibt die Liebe zur Natur, zur Umwelt, zum Leben, zu den eigenen Kindern, die Liebe zwischen Geschwistern, zur Familie, zu Tieren, die Liebe zum Beruf, die allumfassende universelle Liebe und auch die Liebe zum Partner – auch und eben nicht nur.

Liebe ist so viel und kaum eine Liebe kann so schmerzhaft sein, wie die zum Partner, zur Partnerin. Wir könnten auch sagen, die romantische Liebe, die sexuelle Liebe, die Liebe, die sich ausdrückt in Begehren.

Für mich drückt Liebe sich in dem Gefühl aus, mich verbunden zu fühlen.

  • Mit mir selbst, dann ist es für mich Selbstliebe.
  • Mit meinem Partner, dann spüre ich die Liebe zu meinem Partner und zwischen uns.
  • Die Verbundenheit zu meinen Tieren, zur Natur, zur Familie.

Und selbst wenn diese Verbundenheit unterbrochen ist, spüre ich da drunter Liebe.

 

Liebe ist das Fundament.

Das wiederum bedeutet, wenn ich Liebe nicht spüre, heißt das noch lange nicht, dass ich nicht liebe oder Liebe nicht in mir ist. Es heißt lediglich, dass ich nicht mit ihr verbunden bin.

Weißt du jetzt, was Liebe ist? Hmmm, ich glaube nicht. Es klingt noch immer abstrakt. Richtig?

Lass uns also mal konkreter werden.

Gary Chapman beschreibt in seinem Buch „Die fünf Sprachen der Liebe: Wie Kommunikation in der Ehe gelingt“ fünf Arten, Liebe auszudrücken und zu erfahren:

  1. Zweisamkeit = heißt, ich nehme mir exklusiv Zeit für meinen Partner und er sich für mich.
  2. Hilfsbereitschaft
  3. Zärtlichkeit
  4. Geschenke, die von Herzen kommen
  5. Lob und Anerkennung

Und diese fünf Arten können wir auf die anderen Bereich übertragen, die ich gerade nannte als ich sagte, das Liebe viel ist.

 

Fangen wir bei der Liebe zu dir selbst an. Frage dich:

  • Nehme ich mir Zeit für mich?
  • Lasse ich mir helfen, wenn ich nicht weiterweiß oder glaube ich, alles allein zu können oder gar machen zu müssen?
  • Bin ich zärtlich zu mir? Heißt für mich, gehe ich liebevoll mit mir um oder überfordere ich mich oft?
  • Mache ich mir selbst Geschenke, die von Herzen kommen? Ich schenke mir zum Beispiel liebend gern ein neues Kleid. Hier bei mir um die Ecke gibt es eine Boutique, die immer zur rechten Zeit ein hübsches Kleid für mich im Schaufenster hat. Und dann freue ich mich, dass ich mir das gönne und spüre, wie das bei mir von Herzen kommt.
  • Lobe und anerkenne ich mich für das, wie ich bin, was ich erreicht habe, wie ich Herausforderungen meistere? Sprich, sehe ich mich selbst? Nehme ich mich selbst hier im wuseligen Alltag wahr? Oder tue ich alles als selbstverständlich ab, was ich Tag aus und Tag ein leiste?

 

Und so können wir die fünf Aspekte auch auf die Natur übertragen:

  • Nehme ich mir Zeit, in der Natur zu sein und ihre Pracht wertzuschätzen?
  • Helfe ich der Natur, gesund zu bleiben?
  • Bin ich zärtlich zu ihr? Sprich, achte ich sie? Oder lasse ich meinen Müll in ihr zurück?
  • Schenke ich ihr meine Aufmerksamkeit? Oder beachte ich sie nicht und tue sie als selbstverständlich ab?
  • Weiß ich sie wertzuschätzen? Lobe und anerkenne ich sie, dass sie dem Raubbau der Menschen noch trotzt?

Wenn ich diese fünf Aspekte jetzt auf jeden Bereich anwende, dann sehen wir:

Liebe ist – mich zuzuwenden.

Dadurch, dass ich mich zuwende, verbinde ich mich.

Das meine ich, wenn ich sage: Liebe ist für mich, mich verbunden zu fühlen. Deswegen stimmt der Satz für mich auch nicht „Wenn es schmerzt, ist es keine Liebe“. Wenn es schmerzt, kannst du dich sehr verbunden fühlen.

Tut es nicht unendlich weh, zu sehen, welchen Raubbau wir Menschen an der Natur betreiben?

Tut es nicht unendlich weh, wenn ein geliebter Mensch von dir geht?

Zerreißt es dir nicht das Herz, wenn dein Tier leidet?

Wenn die Natur erblüht, dein Partner dich liebevoll in den Arm nimmt und dein Hund freudig über die Wiese hoppst, dann ist es leicht, diese tiefe Verbundenheit zu spüren.

Doch wenn wir die Wälder brennen sehen, den Partner im Arm einer anderen Frau oder den Hund humpeln vor Schmerz, dann kommt zu der tiefen Verbundenheit ein Schmerz, der uns herausfordert.

Dann ist es nicht mehr leicht.

Dann fangen wir an, uns vor dem Schmerz schützen zu wollen. Und je mehr wir uns vor dem Schmerz schützen wollen, umso mehr verlieren wir die Verbindung.

Wir schimpfen über die Umweltsäue, wir verurteilen unseren Ex-Partner oder noch viel mehr die neue Frau und wir sind in großer Sorge um unser Tier. Und damit ist niemandem geholfen.

Ich war letzten in großer Sorge um meinen Hund. Das hat sich so sehr auf meinen anderen kleinen Hund übertragen, dass die kleine Maus total gestresst war und brechen musste.

Ich war nicht verbunden mit mir, ich war auch nicht verbunden mit meinen Hunden. Ich war in Sorge. Das ist verständlich. Doch Sorge wirkt trennend. So wie urteilen trennend wirkt. Es ist nicht der Schmerz, der uns aus der Verbundenheit bringt. Es ist der Umgang mit dem Schmerz.

 

Schmerz und Liebe sind kein Gegenteil.

Nur haben wir nicht gelernt, mit Schmerz umzugehen.

Entweder tun wir alles daran, ihn zu vermeiden oder wir neigen dazu, ihn zu forcieren. Was wir nicht gelernt haben, ist ihn anzunehmen und da sein zu lassen. Ihn zuzulassen.

Ich durfte die Erfahrung machen, Schmerz zuzulassen. Ihn weder wegzudrücken noch ihn zu forcieren. Einfach mit dem Schmerz zu sein, der gerade da ist. Und habe erlebt, dass hinter Schmerz Freude liegt, Liebe, ein offenes Herz und der Schmerz sich in dieser Weite auflöst.

Ich möchte den Satz „Wenn es schmerzt, ist es keine Liebe“ korrigieren in: „Wenn es schmerzt, ist die Liebe verborgen.“

Klingt das nicht gleich anders? Musst du dir dann nicht den Vorwurf gefallen lassen, nicht zu lieben? Bzw. kannst du dann aufhören, an dir zu zweifeln, ob du wirklich liebst?

Es ist nicht möglich, dass du nicht in Liebe bist. Liebe ist deine Natur. Liebe ist das, was als Fundament in dir ist. Es ist die Frage, ob du dich mit diesem Fundament verbunden fühlst oder nicht.

Und so ist es auch, wenn du dich emotional abhängig fühlst. Du glaubst, den anderen nicht loslassen zu können. Und das stimmt für dich in dem Moment ja auch, wenn du das glaubst. Andernfalls würdest du ihn loslassen und dich nicht weiter mit ihm treffen, obwohl du längst weißt, dass dir der Kontakt mit ihm nicht guttut.

 

Doch heißt das, du liebst nicht?

Ja, das heißt das erstmal. Doch lass uns genauer hinschauen, warum das so ist.

Wenn du dich emotional abhängig fühlst von einem Mann, dann stimmst du mir zu, dass sich das für dich nicht gut anfühlt; oder?

Es wird sich für dich nicht nach Verbundenheit anfühlen. Es wird sich für dich so anfühlen, dass du in einem Kontakt mit einem Menschen bist, indem du so nicht sein willst.

Das ist das Gegenteil von Verbundenheit. Und du schaffst es nicht, das zu ändern. Daher auch das Gefühl, abhängig zu sein. Dieses Gefühl von „Ich komm von ihm nicht los, obwohl ich weiß, die Beziehung tut mir nicht gut.“

Der Unterschied zwischen Verbundenheit und Abhängigkeit ist, dass wir auf etwas oder jemanden zugehen, wenn wir uns verbunden fühlen und von etwas oder jemandem wegwollen, wenn wir uns abhängig fühlen.

Es geht also um zwei grundsätzlich verschiedene Richtungen: verbinden und trennen.

 

Und was war Liebe nochmal? Verbundenheit.

Heißt, wenn du dich emotional abhängig fühlst, bist du in Richtung „weg von der Liebe“. Das heißt aber nicht, dass du nicht liebst oder lieben kannst. Das heißt nur, dass du dich der Liebe nicht zuwendest. Das ist ein großer Unterschied.

Es ist wie mit dem Schmerz, den wir unbedingt vermeiden wollen oder ihn forcieren. Du willst weg von dem Gefühl der emotionalen Abhängigkeit. Auch das ist mehr als verständlich, denn wir wollen frei sein. Nicht nur emotional. Nur, wenn du weg von etwas willst, dann gehst du in die Trennung.

Es geht also nicht um die Frage: Wie komme ich aus emotionaler Abhängigkeit raus? Oder wie finde ich emotionale Freiheit?

Es geht darum, zu erkunden, was dich in die emotionale Abhängigkeit hineingebracht hat.

Erkennst du den Unterschied? Das eine ist: Wie komme ich weg von? Und das anderen ist: Wie bin ich hierhergekommen? Bei dem einen willst du weg. Bei dem anderen bleibst du, wo du bist und erkundest, was da los ist.

Das ist das Gleiche, was ich gerade über den Schmerz sagte. Statt den Schmerz weghaben zu wollen, zulassen, dass er da ist und dir erlauben zu erfahren, was sich hinter dem Schmerz verbirgt.

Wenn du zulässt, dich emotional abhängig zu fühlen, wenn du dir erlaubst zu spüren, was sich hinter diesem Gefühl verbirgt und dir dabei mit den fünf Arten Liebe auszudrücken begegnest:

  1. Dir exklusiv Zeit für dich nimmst.
  2. Dir Hilfe und Unterstützung holst
  3. Zärtlich und liebevoll mit dir bist
  4. Dich von Herzen beschenkst für den Weg, den du einschlägst
  5. Dir Lob und Anerkennung für deinen Mut schenkst, dich dir selbst zuzuwenden

wirst du etwas entdecken.

Du wirst entdecken, dass Liebe auf dich wartet. Die Liebe, die schon immer in dir ist. Die Liebe, die du bist.

Lass es mich nochmal anders mit Natalies Worten sagen. Sie erlaubte sich in meinem Coaching, ihr Gefühl der emotionalen Abhängigkeit zu erforschen, statt es weghaben zu wollen; sie erlebte es so:

“Was für mich ein Gedanke ist und womit ich mich sehr gut fühle, ist zu wissen, ich überlebe es. Vielleicht wird es sogar auch schön. Das habe ich hier in deinem Coaching ganz oft erlebt, Gefühle, die ich weit weggehalten habe, die sind am Anfang schwer, und dann wird es voll cool. Und vor allem weiß ich, so geht es mit allem. Jetzt bin ich authentisch und kann mich so fühlen, wie ich bin. Ich muss nichts mehr wegdrücken, nichts mehr auf später verschieben. Das ist so spannend, die Dinge zu entdecken. Ich freu mich einfach nur, dass ich jetzt bei mir bin.“

What is love? Verbundenheit, mit dir selbst, dem anderen und allem.

Herzlich

Deine Jivana 

 P.S.: Im November findet wieder der Workshop “Partner finden” statt. In dem Workshop lernst du, wie es sich anfühlt, einen Mann an deiner Seite zu haben, der dir guttut. Du kannst dich schon mal in die Warteliste eintragen und dir so eine Überraschung sichern. Zur Warteliste

 

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