Wie wir seelischen Schmerz in Freude verwandeln

von | Dez 13, 2017 | Allgemein | 0 Kommentare

Hast du Angst vor seelischem Schmerz? Würdest du alles tun, um ihn nicht erleben zu müssen?

Als ich 2008 auf das Osho UTA Institut in Köln stieß, hörte ich zum ersten Mal, dass Schmerz das Tor zu unserem wahren Sein, zu unserer Freude ist.

Bevor ich an den vielen Selbsterfahrungsgruppen im UTA teilnahm, war ich kaum in der Lage, seelische Schmerzen zuzulassen. Da war viel zu viel Angst, dass sie mich überfluten.

Und ich wusste auch nicht wirklich, wie das gehen soll. Ich erlebte, wie andere Menschen das taten und verstand wohl die Theorie.

Und dann bekam ich Anfang 2009 die Gelegenheit dazu es an mir selbst zu erleben. Meine damalige Beziehung ging zu Ende. Er hatte eine andere, von der ich einige Wochen nichts wusste.

Kennst du diesen Beziehungsschmerz? Mit Sicherheit, oder? Es tat Hölle weh.

Ich setzte mich nach der Arbeit ins Auto und es brach aus mir heraus. Ich heulte wie verrückt die ganze Rückfahrt lang und dann kam der Punkt, als mir dieser Satz bewusst wurde.

Schmerz ist das Tor zu unserem wahren Sein, zu unserer Freude.

Und ich dachte, o.k. jetzt probiere ich es aus. Ich lasse einfach laufen, ich halte nichts zurück.

In meiner Wohnung angekommen, legte ich Musik aus dem UTA auf.

Kennst du das auch, dass Musik uns noch tiefer in unsere Emotionen bringen kann?

Ich schloss die Augen, tanzte zu der Musik und ließ den Schmerz einfach zu. Das hatten die Seminarleiter ja immer gesagt, dass man den Schmerz zulassen soll.

In mir war also ein großes JA zu dem Schmerz. Immer wieder klang in mir der Satz: Lass los, lass los, lass ihn da sein. Wie ein Mantra. Und das Ja in mir war auch davon genährt, dass ich bereit war zu erleben, was ich nun schon so oft gehört hatte, Schmerz zuzulassen.

 

Trauer kann der Garten des Mitgefühls sein.

Wenn du dein Herz offen hältst für alles, kann dein Schmerz

dein größter Verbündeter werden auf der Suche nach Liebe und Weisheit.

Rumi

 

Kennst du diesen starken seelischen Schmerz, wie er dir die Brust zerreißt, den Magen verkrampft und Druck im Kopf erzeugt?

All das durfte da sein. Ich erlaubte es. Und dann bekam der Schmerz etwas Zartes. Ja, der Schmerz bekam den Geschmack von zarter Süße.

Langsam, und leise geradezu, stellte sich ein Gefühl von Runterrutschen ein. Der Schmerz rutschte förmlich durch meinen Körper und verblasste langsam.

Trauer stieg in mir auf, so als würde sie langsam an dem Schmerz vorbeiwandern und ihn ablösen.

Ich hielt keine einzige Träne zurück. Nun war da kein Schmerz mehr, sondern ein ganz tiefes Gefühl von Trauer ungefähr zwischen Solarplexus bis um den Bauchnabel herum. Und eben ganz tief in mir drin.

Ich tanzte weiter, ich weinte weiter, meine Augen waren geschlossen UND es war wunderschön! Diese Traurigkeit hatte so etwas Liebliches, so etwas Bezauberndes, das war soo wunderschön.

Und dann, ganz langsam, es war ein Gefühl von Kribbeln tief aus meinem Unterleib aufsteigend, war da Freude.

Einfach Freude. Sie breitete sich in meinem Unterleib bis Unterbauch aus und löste die Trauer ab.

Der Schmerz war weg, die Tränen waren weg, die Traurigkeit nicht mehr da. Da war einfach nur noch pure Freude.

Ja es war einfach, im wahrsten Sinne des Wortes, so unglaublich einfach und gleichzeitig so intensiv.

Da war kein Urteil, kein Werten mehr. Da war ein Lachen auf meinem Gesicht. Da war Sein und Erleben. Mehr nicht und doch so viel.

Und dann klingelte mein Telefon. Ich hüpfte wie ein kleines Kind zum Telefon, voller Freude nahm ich den Hörer ab. Es war mein frischgebackener Ex, den ich noch mal um ein Gespräch gebeten hatte.

Und ich so voller Freude: Hallooo!!! Ich lachte und freute mich einfach, ihn zu hören. Und es platze aus mir heraus: Ach, ich freue mich gerade sooo!!!

Ich hatte ja geschätze 3 Sekunden vorher noch die Augen geschlossen und war in diesem tiefen Prozess.

Er war total irritiert darüber, dass ich mich so freue und es war deutlich zu spüren, dass er sich doch jetzt echt vera… von mir fühlte. Und raunzte in den Hörer: Ja toll, das ist ja schön für dich!

Urgs, machte es da in mir und die Freude verkroch sich schnell wieder – wohl an einen geschützten Ort irgendwo in meinem Unterbewusstsein.

Ich versuchte ihm zu erklären, was geschehen war. Doch das war verständlicherweise nicht möglich. Er war an einem ganz anderen Punkt und überhaupt nicht offen dafür.

Deutlich spürte ich, wie sich der Mantel meiner Persönlichkeit, meines Egos wieder schützend um mich legte. Doch dieser kleine Augenblick der Liebe und Wahrheit, der Freude, ja der Transformation ist und bleibt unvergessen.

Ich bin bis heute so zutiefst dankbar für das Erlebnis. Diese Freude konnte ich zwar nur für eine kurze Zeit in mir wahrnehmen.

Doch dieses Erleben ist bis heute so präsent, als wäre es erst gestern gewesen. Und das ist auch das Fantastische an solchen Seins Erfahrungen, wie ich sie später in anderer Form auch noch machen durfte. Auch wenn sie noch so kurz sind, wenn du sie einmal erlebt hast, wirst du sie nie wieder vergessen.

Du kannst im Grunde immer wieder darauf zurückgreifen.

Seit diesem Erleben wehre mich nicht mehr gegen Trauer und Schmerz. Beide sind wirklich das Tor zu deinem wahren Sein, zu deiner Essenz und deine Essenz ist Freude.

Schau dir all die großen spirituellen Lehrer an, den Dalai Lama, Mojii, Osho, Eckhart Tolle, Byron Katie, sie alle tragen ihre Freude nach außen. Sie sind mit ihrem wahren Sein bewusst verbunden, deswegen erleben wir sie immerzu in Freude.

Und du hast diese Freude auch in dir. Auch wenn du dich im Moment so traurig, verletzt und voller Schmerz fühlst, wisse, du kannst jederzeit die Klinke in die Hand nehmen und dieses Tor zu deiner Freude öffnen.

Das einzige, was zu tun ist, ist das, was jetzt gerade bei dir ist, zuzulassen.

Wenn du das nicht tust, wird die Trauer, der Schmerz, die Verletzung, ja die Wunde noch größer in dir.

Und sie wird deswegen immer größer in dir, weil sie dir Gutes will, weil sie will, dass du das Tor öffnest, in dem du den Schmerz zulässt.

Wenn du dich weiter für den Widerstand entscheidest und den Schmerz nicht zulässt, wird die Wunde, die Trauer, die Verletzung in dir weiter wachsen. Gerade dann sogar. Widerstand ist das gröbste Salz, dass du in deine Wunden streuen kannst.

Nichts geschieht dann für dich, wenn du den Widerstand, statt das Zulassen wählst. Das einzige, was geschieht – und das ist sehr gravierend – ist, dass dein Ego, deine Persönlichkeit immer mehr verhärtet, weil es für das Ego nötig wird, dich immer mehr zu schützen.

Willst du das wirklich? Oder willst du nicht lieber diese zarte Süße des Schmerzes schmecken und erleben, wie er dich durch das Tor zur Freude trägt und du in die tiefe deines Seinszustandes eintauchen kannst?

Hast du Angst vor der Entscheidung? Möchtest du wissen, wie du das Zulassen lernen kannst?

Dann mach es wie ich damals im UTA und lasse dich dabei von Menschen begleiten, die das schon erlebt haben.

Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dir dafür meine Hand zu reichen. So, wie es in meinem Leben meine Lehrer für mich getan haben.

Entscheide dich für die Liebe, die Wahrheit und die Freude in dir. Wie das geht, zeige ich dir von Herzen gerne.

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