Nähe Distanz Beziehungen: Wie sie zum Teufelskreis werden

von | Apr 24, 2021 | Allgemein | 17 Kommentare

1. Warum es wichtig für dich ist, den Teufelskreis von Nähe Distanz Beziehungen zu verstehen

Dich emotional abhängig zu fühlen ist kein Manko von dir. Es ist vor allem das Ergebnis von Nähe Distanz Beziehungen. Das Gefühl, emotional abhängig zu sein, lässt sich lösen. Wenn du verstehst, wie du …

  • in Nähe Distanz Beziehungen gerätst
  • daraus ein Teufelskreis entsteht
  • den Teufelskreis nutzt, um dich weiterzuentwickeln
  • aus dem Teufelskreis aussteigst
  • hilfreiche Hinweise beachtest
  • bestimmte Fehler vermeidest

wirst du emotional frei.

In meinem Persönlichkeitstest Bist du emotional abhängig? gaben rund 78% von 452 Teilnehmerinnen an, dass sie Männern begegnen, die sich distanzieren.

 

Was ist so attraktiv an Männern, die sich distanzieren?

Meine Antwort ist: Mit ihnen tanzen wir den „Nähe-Dis-Tanz“. Für den sicheren Beziehungstypen ist das aufregend und leidenschaftlich – ein Liebes-Spiel mit dem Feuer.

Wenn du ein ängstlicher Beziehungstyp bist, erlebst du statt eines Tanzes einen Teufelskreis. Der fordert dich so heraus, dass du dich emotional abhängig fühlst.

Laut der Beziehungsforschung lässt sich fast jeder Mensch einem von drei Beziehungstypen zuordnen (vgl. Rachel S. Heller, Amir Levin. Warum wir uns immer in den falschen verlieben. München 2015):

  • Sicherer Beziehungstyp: fühlt sich mit Nähe wohl und ist in der Lage, stabile Partnerschaften zu führen. Er genießt es, allein und mit dem Partner zu sein.
  • Ängstlicher Beziehungstyp: braucht viel Nähe und sorgt sich, ob der Partner ihn genügend liebt. Er hat Angst, dass der andere ihn zurückweist und richtet sich auf ihn aus.
  • Vermeidender Beziehungstyp: setzt Intimität mit dem Verlust von Unabhängigkeit gleich und sucht Distanz. Charakteristisch ist das Senden von zweideutigen Signalen.

Jedem Menschen ist es ein Grundbedürfnis, eine Beziehung einzugehen. Wir tun es auf unterschiedliche Weise. Wie, das ist abhängig vom Beziehungstyp. Die Paarbindungsforschung belegt, dass intime Beziehungen jedoch unabhängig vom kulturellen Hintergrund und auf der gesamten Welt auf ähnliche Weise erlebt werden. Das heißt, wir finden weltweit die drei Beziehungstypen wieder. (vgl. Charles T. Hill. Intimate Relationships Across Cultures: A Comparative Study. California 2019)

Die  Psychologin Rachel S. Heller und der Psychiater Amir Levin beschreiben in ihrem Buch “Warum wir uns immer in den falschen verlieben”, wie sich diese drei Beziehungstypen im Dating- und Beziehungsalltag präsentieren. Hier in meinem Blogartikel gehe ich auf die Entstehung der Nähe Distanz Dynamik ein und berücksichtige dabei Erkenntnisse von Amir Levine und Rachel S. Heller.

Die Nähe Distanz Dynamik

Das Hauptmerkmal im Kontakt zwischen dem ängstlichen und vermeidenden Beziehungstyp ist die Nähe-Distanz-Dynamik. Bereits, wenn beide sich kennenlernen, kann aus dieser Dynamik ein Teufelskreis werden. Der ängstliche Beziehungstyp fühlt sich emotional abhängig. Während der vermeidende Beziehungstyp darum kämpft, sich unabhängig zu fühlen.

Das Bindungssystem des ängstlichen Typs ist sehr sensibel. Es hat einen sechsten Sinn für Gefahr und ist schnell aktiviert. Wenn du aktiviert bist, hast du emotionalen Stress. Dieser äußert sich beispielsweise, indem du …

  • viel oder wenig isst.
  • seinen Online Status kontrollierst.
  • schlecht schläfst.
  • nicht entspannen kannst.
  • deine Gedanken um ihn kreisen.

Um dich dem nicht ausgeliefert zu fühlen, ist es hilfreich, den Teufelskreis von Nähe Distanz Beziehungen zu verstehen. Das hilft dir, Verständnis für dich zu entwickeln. Ebenso wirst du die Männer besser verstehen. Beides ist wichtig, um neue, heilsame Verhaltensmuster zu erlernen. So findest du zu der glücklichen und dauerhaften Partnerschaft, nach der du dich sehnst.

 

2. Wie du in Nähe Distanz Beziehungen gerätst und wie daraus ein Teufelskreis entsteht

Wodurch aktiviert dein Bindungssystem? Wie kommt es zu emotionalem Stress?

Lass uns von dieser Situation ausgehen:

Du bist verliebt in einen Mann. Ihr schreibt euch regelmäßig Nachrichten. Plötzlich meldet er sich nicht mehr. Du schreibst ihm eine Nachricht. Das weitere Szenario stelle ich dir in diesem Modell dar.

 

 

Wie dein Bindungssystem aktiviert wird

Aus: Amir Levin. Rachel S. Heller. Warum wir uns immer in den Falschen verlieben. S. 113

Gehen wir davon aus, der Mann meldet sich nach einer Weile. Du schwankst zwischen Resignation, Ärger, Wut und Freude und hoffst, dass er dich doch will. Ihr trefft euch und verbringt Zeit miteinander. Verständlicherweise möchtest du erfahren, warum er nicht erreichbar war. Du willst mit ihm reden und dich mitteilen. Zugleich bist du unsicher und weißt nicht, wie du dich verhalten sollst. Du traust dich nicht, es anzusprechen und bleibst auf deinen Gefühlen sitzen. Oder du sprichst es an und er rechtfertigt sich. Beides führt nicht zu der Nähe und dem Kontakt, den du dir wünschst. 

 

Wie daraus ein Teufelskreis entsteht

Schauen wir uns den Nähe-Distanz-Teufelskreis in seiner Grundform an. Das Schaubild ist aus dem Buch von Friedemann Schulz von Thun Miteinander reden, Band 2, S. 251.

Die Verhaltensweisen sehen bei jedem Paar im Detail nochmal anders aus. Wie der Teufelskreis entsteht, ist hier gut erkennbar. Das Verhalten des einen bedingt das Verhalten des anderen. In Nähe Distanz Beziehungen sind die Rollen verteilt. Der eine ist der Nähepartner, der andere der Distanzpartner.

Wenn du dich im ängstlichen Beziehungstypen wiederfindest, findest du dich in der Position des Nähepartners wieder. Die Position des Distanzierten kennst du auch. Stelle dir die Männer vor, die mit dir zusammen sein wollen. Männer, die dich umwerben und nicht locker lassen. Bei ihnen schlüpfst du in die Rolle des Distanzierten. Es ist hilfreich, wenn du dir das bewusst machst. So verstehst du, wie sich der Distanzpartner fühlt und du erkennst du, dass es nicht allein an deinem Beziehungstyp liegt. Vielmehr ist es ein Ergebnis von Nähe Distanz Beziehungen, dass du dich emotional abhängig fühlst.

Du brauchst als ängstlicher Beziehungstyp viel Nähe. Der vermeidende Beziehungstyp braucht viel Distanz. Im Teufelskreis von Nähe und Distanz ziehst du am Nähe-Seil, während der andere seinen Abstands-Puffer ausfährt.

 

Modell zum Verhalten von Nähe- und Distanzpartnern

Wir sehen in der Abbildung (aus: Schulz von Thun, Miteinander Reden, Band 2, S. 241), dass beide über ein Nähe-Seil und einen abstandsichernden Puffer verfügen. Bei dem vermeidenden Beziehungstypen schlägt dein Abstands-Puffer nicht an. Deshalb willst du dich nicht distanzieren. Sein Näheseil hängt durch. Er spürt er sein Bedürfnis nach Nähe nicht. Du ziehst an ihm und er stößt dich weg. Er befürchtet, dass du ihn vereinnahmst. Du befürchtest, dass er dich verlässt. So bleibt ihr beide in eurer Position.

Das ändert sich schlagartig, wenn einer sich anders verhält; du lässt das Nähe-Seil los oder er zieht den Puffer ein. Lässt er den Puffer los, kommt dein Bindungssystem zur Ruhe, weil du die ersehnte Nähe spürst. Wenn du das Nähe-Seil loslässt, kommt sein Bindungssystem in Aufruhr. Denn sein Wunsch nach Distanz läuft ins Leere. Jetzt spürt er überdimensional sein Bedürfnis nach Nähe. Kennst du das? Er meldet sich bei dir, wenn du nichts mehr von dir hören lässt? Das tut er, weil er nicht mehr befürchtet, dass du ihn vereinnahmst.

Das Nähe-Seil lässt du erst los, wenn du emotional zu kraftlos für den Teufelskreis bist. Oder du tust es aus Taktik, ohne dass du es willst. Beides fühlt sich für dich nicht gut an und es bewirkt nichts. Der andere kommt auf dich zu und wenn er da ist, dreht sich der Teufelskreis weiter. Die Dynamik von Nähe Distanz Beziehungen findet erst ein Ende, wenn einer von beiden sich weiterentwickelt. Oder am besten beide.

3. Wie du den Teufelskreis nutzt, um dich weiterzuentwickeln

Dich emotional abhängig zu fühlen ist menschlich. Es ist nichts falsch mit dir, wenn du dich so fühlst mit einem Mann, der sich distanziert. Verurteile dich nicht. Wirf dir nicht vor, du seiest zu bedürftig.

Wenn wir eine Beziehung eingehen, verdrahtet sich unser Gehirn auf eine bestimmte Weise: es sucht die Unterstützung des Partners und somit seine physische und psychische Nähe. Für dein Gehirn beginnt eine Beziehung, wenn du Gefühle für einen Mann hast. Nicht erst, wenn ihr euch offiziell als Paar bezeichnet. Wenn der andere darauf nicht eingeht, sind wir darauf programmiert, das Nähe suchende Verhalten fortzusetzen, bis sich unser Wunsch erfüllt.

Du fühlst dich bedürftig, weil deine Bedürfnisse nach Nähe unerfüllt bleiben. Die Bindungsforschung belegt, dass wir aufhören, uns auf einen Mann zu fixieren, wenn wir uns in unseren Bedürfnissen befriedigt fühlen. Du bist nicht zu bedürftig. Deine Bedürfnisse sind unerfüllt. Nähe ist wichtig für dich. Du möchtest sie erfahren.

 

Männer, die sich distanzieren, befriedigen dein Bedürfnis nicht

Vielmehr senden sie zweideutige Signale. Einen Abend reden sie mit dir als wollten sie dich heiraten. Anschließend hörst du tagelang nichts von ihnen. Das ist anstrengend und verstörend. Sei liebevoll mit dir. Erkenne deine Fähigkeiten. Dein Wunsch nach Nähe, dich anlehnen zu wollen, dich beschützt, angenommen und umsorgt zu fühlen: dieser Wunsch macht Intimität erst möglich.

Es ist nicht nur der Wunsch einer Frau. Jeder Mann hat diesen Wunsch. Der Wunsch nach Nähe ist menschlich. Es ist eine Herausforderung für beide, wenn der ängstliche und der vermeidende Beziehungstyp es miteinander versuchen. Dir einzugestehen, dass du mit seiner Distanz nicht klarkommst, ist eine Fähigkeit. Dass du dich ihm mitteilen möchtest, ebenso. Es ist eine Fähigkeit, dir Hilfe zu holen, wenn du mit ihm nicht weiterkommst. Erkenne dich dafür an.

 

Für den ängstlichen ist der sichere Beziehungstyp besser

Die Paarbindungsforschung belegt, dass sich das Bindungssystem des ängstlichen Beziehungstyps nachhaltig beruhigt durch die Zuwendung eines sicheren Partners. Viele Frauen springen auf einen Partner nicht an, der ihnen Sicherheit bietet. Sie sehen diese Männer als Kumpel. Geht es dir auch so? Wisse, dass die emotionale Achterbahn im Teufelskreis von Nähe Distanz Beziehungen keine Liebe ist. Sie ist vielmehr das Ergebnis zweier Bindungssysteme, die aufeinanderprallen. Beide ergänzen sich in ihrem emotionalen Stress und bedingen ihn gegenseitig.

Die Achterbahn erlebst du mit einem sicheren Beziehungstypen nicht. Liebe gedeiht nicht in emotionalem Stress; sie wächst in Ruhe und Frieden. Diese Liebe ist lernbar.

Nähe Distanz Beziehungen lehren dich, deine Selbstliebe zu stärken. Du steigst aus dem Teufelskreis aus, wenn du deinen Wert als Frau erkennst. Eine Frau, die sich selbst als Wert betrachtet, lässt nicht zu, emotional zu verhungern. Da ein distanzierter Mann dich nicht ständig umschwärmt und umsorgt, wirst du auf dich zurückgeworfen. Wenn du lernst, bei dir anzukommen und dich zu lieben, nimmst du das Beste für dich aus dieser Dynamik mit.

4. Fünf Hinweise, die dir im Teufelskreis helfen

Hinweis 1: Nimm sein Verhalten nicht persönlich

Nimm das, was der Distanzpartner sagt und macht, nicht persönlich. Er richtet sich mit seinem Verhalten nicht gegen dich. Sein Verhalten sagt viel mehr über ihn aus als über dich. Wenn er sich distanziert, kreist er um sich und versucht mit der Dynamik klarzukommen. Es fällt ihm schwer, sich abzugrenzen. Das hat nichts mit dir zu tun, sondern mit ihm. Er feuert mit seinem Verhalten nicht absichtlich Nähe Distanz Beziehungen an. 

 

Hinweis 2: Betreibe keine Psychoanalysen

Vermeide es, den Distanzpartner und sein Verhalten zu erforschen. Es ist verständlich, dass du ihn verstehen willst. Doch wenn du dich mit ihm beschäftigst, hilfst du weder dir noch ihm. Bleibe bei dir und entdecke, was bei dir los ist. Erkenne deine Anteile, die den Teufelskreis vorantreiben. Nicht, um dir Vorwürfe zu machen, sondern um zu wachsen. Übe dich darin, eigenverantwortlich zu sein.

 

Hinweis 3: Akzeptiere, dass er anders ist als du

Behandle ihn so, wie er behandelt werden will und dich, wie du behandelt werden willst. Wir Menschen sind verschieden. Dass du der Nähepartner bist, hat mit deiner Geschichte zu tun. Er hat seine eigene Geschichte. Übe dich darin, deine Bedürfnisse zu spüren. Und nimm seine Bedürfnisse wahr und ernst.

 

Hinweis 4: Bleibe dir treu

Verbiege dich nicht für ihn und hoffe, er bleibt so bei dir. Beobachte dein Verhalten. Frage dich, ob du tust, was DU willst oder ob du dich nach ihm richtest. Wahre deine Integrität, verrate dich nicht selbst. Das brauchst du, um dich weiterzuentwickeln.

 

Hinweis 5: Trenne dich oder bleibe und übernimm Verantwortung

Trenne dich, wenn dich die Beziehung zermürbt. Nähe Distanz Beziehungen sind anstrengend. Sie verlangen beiden viel ab. Wenn du bleibst, obwohl du keine Kraft mehr hast, wird dich das emotional auslaugen. Am Ende wirst du ihm die Schuld geben. Wenn du dich entscheidest zu bleiben, übernimm Verantwortung. Richte dich darauf aus, was du bekommst. Die Beziehung führt dich an deine Wunden. Pflege und heile sie. Das ist es, was sie dir gibt.

4. Vier Schritte, mit denen du den Ausstieg schaffst

Jetzt höre ich dich sagen: “Jivana, das würde ich liebend gerne tun. Was würde ich darum geben, sein Verhalten nicht persönlich zu nehmen. Gern würde ich mit dem Gedankenkreisen um ihn aufhören. Wie schaffe ich das?“

Sei unbesorgt. Ich gebe dir eine Schritt-für-Schritt Anleitung.

Für den Distanzpartner geht es darum, sich in Gemeinsamkeit zu üben. Bei dir als Nähepartner geht es um Selbstbestimmtheit. Es ist wichtig, mit deinen Gedanken und deinen Emotionen zu arbeiten. Fange wir mit den Gedanken an.

 

Schritt 1: Die Reihenfolge der Ereignisse

Unsere Gedanken lösen unsere Gefühle aus. Die Gefühle lösen Gedanken aus. Gedanken und Gefühle bestimmen unser Verhalten. Unser Verhalten beschert uns unsere Ergebnisse. Wir nennen das: Die Reihenfolge der Ereignisse

Gedanke ⇒ Gefühl ⇒ Verhalten ⇒ Ereignis

Um aus dem Teufelskreis von Nähe Distanz Beziehungen auszusteigen, musst du dein Verhalten verändern. Um dein Verhalten zu verändern, musst du deine Gedanken ändern. Sie bewirken dein Verhalten.

Ob du diese Sätze denkst oder sagst, kehre sie um, so dass du selbstbestimmt denkst und sprichst:

Aus

“Ich kann nicht …”

wird

“Ich will nicht …”.

Aus

“Ich muss …”

wird

“Ich will …”

und

“Ich entscheide mich …”.

Bei „Ich kann nicht“ und „Ich muss“ bestimmst nicht mehr du. Du gibst dich ab an eine unsichtbare Macht und machst dich zum Opfer. Jedes „Ich kann nicht“ heißt „Ich will nicht“.

“Ich kann ihn nicht loslassen”

wird zu

“Ich will ihn nicht loslassen”.

“Ich muss mehr bei mir bleiben”

wird zu

“Ich will mehr bei mir bleiben”.

“Ich entscheide mich, mehr bei mir zu bleiben.”

Merkst du den Unterschied? Jetzt bestimmst du, was du tust und nicht tust.

 

Ersetze “Aber” und “Egal”

“Aber” trennt und “Egal” ist gleichgültig. Du willst dich nicht trennen und gleichgültig sein. Beachte, wie viel Macht deine Gedanken und Worte haben. Sie bestimmen dein Verhalten.

“Ich will ihn ja loslassen, aber ich schaffe es nicht.”

„Aber“ trennt den Satz, der davorsteht.

Übrig bleibt „Ich schaffe es nicht.“

Kein Wunder, dass du es nicht schaffst.

Sage:

“Ich will ja loslassen UND ich schaffe es nicht.”

Jetzt bleiben beide Sätze nebeneinanderstehen. Das eine schließt das andere nicht mehr aus.

Er fragt dich, ob ihr euch am Nachmittag oder abends treffen sollt. Du antwortest: “Ist mir egal, für mich passt beides.”

“Ist mir egal” heißt: “Es ist mir gleichgültig.” Stimmt das? Ist es dir gleichgültig? Ich denke nicht.

Formuliere es so: „Für mich passt beides. Lass uns schauen, wie wir uns einig werden.“

Jetzt bleibst du selbstbestimmt.

Übe dich darin. Vor allem, wenn du mit dir selbst sprichst. So entwickelst du dich täglich weiter.

 

Schritt 2: Gefühle entschlüsseln – echte und unechte Gefühle

Wir unterscheiden unechte und echte Gefühle oder auch Emotionen. Ich unterscheide nicht zwischen den Begriffen. Wenn du unechte Gefühle formulierst, sprichst du nicht von Gefühlen, sondern interpretierst das Verhalten des anderen. Es entsteht der Eindruck, der andere sei schuld und verantwortlich für dein Gefühl. In der Folge fühlst du dich emotional abhängig von ihm. Das spürt er und distanziert sich.

Du löst das Gefühl emotional abhängig zu sein, indem du deine echten Gefühle spürst. Dadurch verstehst du dich besser und kannst es dem anderen mitteilen, ohne dass er sich bedrängt fühlt.

Beispiel:

Du sagst: “Ich fühle mich von dir im Stich gelassen, wenn du dich distanzierst.”

„Im Stich gelassen“ ist eine Beschreibung deines Erlebens. Es ist kein echtes Gefühl. Vielmehr interpretierst du sein Verhalten. Der andere fühlt sich angegriffen. Keiner hört gerne, dass er andere im Stich lässt. In der Folge zieht er sich zurück.

Der Gedanke „Ich fühle mich im Stich gelassen, wenn er sich distanziert“ tut dir weh. Anders ist es, wenn du dein echtes Gefühl aussprichst.

Zu den echten Gefühlen gehören:

Scham, Wut/Ärger, Angst, Trauer, Ohnmacht und Freude.

Die Grafik zeigt die Aktivität im Körper beim Erleben dieser Gefühle. (Aus: Gefühlsfinder für Therapie und Coaching, Verlag www.futurepacemedia.de)

Zu den echten Gefühlen zählen zudem: Frust, Einsamkeit, Unzufriedenheit, Schuld.

Die häufigsten echten Gefühle, die wir durch unechte Gefühle ausdrücken, sind Ärger, Ohnmacht/Scham und Schuld.

Wenn du dich ohnmächtig fühlst, wenn er sich distanziert, sagst du das:

“Ich fühle mich ohnmächtig, wenn ich den Eindruck habe, du distanzierst dich von mir.”

Und zu dir sagst du:

“Ich fühle mich ohnmächtig, wenn ich den Eindruck habe, er distanziert sich von mir.”

Jetzt höre ich dich sagen: „Wieso Eindruck? Er distanziert sich. Seit 3 Tagen höre ich nichts mehr von ihm.“

Das stimmt. Bis zu diesem Moment ist das Fakt. Wenn er sich jetzt meldet und dir erzählt, dass er sich nicht distanzieren will, sieht es anders aus. Es war dein Eindruck und wegen dem fühlst du dich ohnmächtig.

Gefühle entstehen in dir und werden nicht von außen hervorgerufen. Weder durch eine Situation noch durch eine Person.

Wenn du selbstbestimmt und eigenverantwortlich sprichst, bleibst du bei dir. Der andere fühlt sich weder angegriffen noch unter Druck gesetzt. Er befürchtet nicht mehr, dass du ihn vereinnahmst und öffnet sich. Zwischen euch entsteht Kontakt und du fühlst dich im nah. Jetzt könnt ihr euch sagen, wie ihr euch fühlt, ohne voreinander Angst zu haben.

Wenn du von deinen echten Gefühlen sprichst, bist du auf dem Weg, dich emotional frei zu fühlen und aus dem Teufelskreis auszusteigen.

 

Schritt 3: In Kontakt mit deinem Innerem Kind kommen

Dieser Schritt baut auf den zweiten auf. Wenn du deine echten Gefühle fühlst, bist du deinem Inneren Kind nah. Das Innere Kind ist Sinnbild für unsere Emotionen und Glaubenssätze aus der Kindheit.

Wenn du dein Inneres Kind noch nicht kennst, empfehle ich dir meine Innere Kind Meditation. Hier kannst du sie dir kostenfrei herunterladen.

Gerade für den ängstlichen Beziehungstyp ist der Kontakt zum Inneren Kind wichtig. Er ist eine große Hilfe, um aus dem Teufelskreis auszusteigen. Die Erfahrungen aus deiner Kindheit sind tief in deinem Unterbewusstsein gespeichert. Sie bestimmen wie du dich als erwachsene Frau mit einem Mann erlebst. Im Teufelskreis von Nähe und Distanz ist dein verletztes Inneres Kind besonders aktiv. Um aussteigen zu können, braucht es deine liebevolle Zuwendung.

Wenn du Angst spürst, kannst du dich zum Beispiel auf diese Weise der Angst und somit deinem Inneren Kind zuwenden. Sprich zu dir selbst:

„Du bist also meine Angst. Wenn du sprechen könntest, was würdest du mir sagen? Erzähle mir von dir?“

Nimm dir ein Kissen oder ein Stofftier und stelle dir vor, es ist deine Angst. Sprich mit der Emotion wie mit einem Kind.

So bekommst du Abstand zur Angst und kannst besser mit ihr umgehen. Du wendest dich dir liebevoll zu und stärkst deine Selbstliebe. So kannst du mehr bei dir bleiben und fühlst dich nicht mehr ausgeliefert. Die Gedanken kreisen nicht mehr so stark um den Mann. Du beginnst dich in deinem Wert als Frau zu erkennen. Dein Selbstwertgefühl steigt und du kannst aus dem Teufelskreis aussteigen.

Jetzt bist du kein Opfer deiner Gefühle mehr. Du kümmerst du dich um sie. Wenn du dabei Hilfe brauchst, scheue dich nicht, sie dir zu holen.

 

Schritt 4: Unterstützung holen, wenn es allein nicht klappt

Probiere es nicht zu lange allein. Beziehungen mit Männern, die sich distanzieren, sind anstrengend. Als ängstlicher Beziehungstyp bist du besonders anfällig dafür, in Situation zu geraten, die dein Bindungssystem aktivieren. Bindungsforscher weisen in Studien nach, dass das Gehirn von ängstlichen Beziehungstypen stärker auf Verlustgedanken reagiert als das anderer Beziehungstypen. Gleichzeitig sind bei ihnen die Regionen weniger aktiv, die die negativen Emotionen dämpfen. Ängstlichen Beziehungstypen fällt es also wesentlich schwerer, ihr Bindungssystem wieder zu beruhigen, wenn es einmal aktiviert ist.

Wenn du dir eine erfüllte und glückliche Beziehung wünschst, ist es wichtig für dich, dein Bindungssystem zu verstehen. So kannst du dein Verhalten nachvollziehen und machst dir keine Vorwürfe mehr. Deine Einstellung zu Beziehungen verändert sich. Du hast keine Lust mehr auf Dramen und findest den Weg zu einem Partner, mit dem du Nähe leben kannst.

Wenn du dich dabei unterstützen lassen willst, melde dich bei mir für eine Gratis-Beratung. In diesem Gespräch zeige ich dir, wie du dich selbst liebst und so anziehend für Partner wirst, die wirklich zu dir passen.

 

5. Vier Fehler, die du vermeiden solltest

Wenn du die Anleitung befolgst, wirst du mehr bei dir bleiben können. Das wird sich gut anfühlen und du wirst den Mut haben, mit ihm in Kontakt zu treten. Er wird die Veränderung bei dir spüren. Ohne Angst vor Vereinnahmung kommt der Distanzpartner aus seiner Höhle und traut sich in Kontakt mit dir zu treten. Beachte, dass du dabei diese Fehler vermeidest:

 

1. Wende keine Tricks an

Wende keine Tricks an. Die Dynamik hört dadurch nicht auf. Ein Trick wäre beispielsweise, dass du dich extra rarmachst, ohne dass du das wirklich willst. Das kannst du mal machen, um dem anderen zu zeigen, dass du dich allein beschäftigen kannst. Doch wenn du es anwendest, um dem anderen eins auszuwischen, wird das auf Dauer nicht funktionieren. Gehe auf Distanz, wenn du das Bedürfnis hast – nicht aus Kalkül.

Triff dich nicht extra mit anderen Männern, um ihn eifersüchtig zu machen. Das wird er sich nicht gefallen lassen. Er wird merken, was dahintersteckt.

Bleibe authentisch. Fang keine Spielchen an. Wir können einen Menschen nicht in eine Beziehung manipulieren.

 

2. Verallgemeinere nicht

Wenn du das Gespräch mit ihm führst, sprich konkret und von dir. Sage nicht so etwas wie: „Wenn man dann Stunden zu Hause sitzt und wartet, fühlt man sich verarscht.“ Der andere fühlt sich angegriffen und du sorgst für Distanz zwischen euch. Für den anderen ist es schwer, darauf einzugehen oder er will es nicht.

Sprich von dir, von deinen Gefühlen und von deinem Eindruck. So teilst du dich ihm mit und bleibst echt. Das tut dir gut und er fühlt sich eingeladen, sich dir mitzuteilen.

 

3. Urteile nicht

Vermeide Worte wie „immer“ und „wieder“. Sage nicht:

“Immer musst du auf Distanz gehen.”

Oder:

“Du hast mir schon wieder nicht geantwortet.”

Wenn du es so formulierst, verurteilst du ihn und sein Verhalten. Er wird sich verteidigen und so kommt ihr nicht in Kontakt. Worte, die urteilen, haben etwas Trennendes. Das ist nicht das, was du willst.

 

4. Erkläre ihn oder dich nicht für beziehungsunfähig

Tu das niemals. Es ist nicht wahr. Bewerte und verurteile dich und ihn nicht. Erinnere dich an die Macht der Gedanken und Worte. Wähle sie weise; wähle Gedanken und Worte, die dir guttun. Du wirst dich leichter und wohler fühlen.

Liebesbeziehungen fordern uns heraus. Gleichzeitig sind sie das, was sich jeder Mensch von Herzen wünscht. Schenke dir Liebe, erkenne dich an und schätze dich wert, dass du dich auf diese Herausforderung einlässt. Und erkenne auch ihn dafür an.

 

Es gibt keine Fehler

Und wenn dir einer dieser Fehler passiert, sage dir:

„Wenn ich Fehler zu meinen Erfahrungen mache, gibt es keine Fehler mehr.“

Um es mit Worten von Byron Katie zu sagen:

“Jeder erfüllt seine Aufgabe. Keiner ist wertvoller als der andere. Eigentlich sind uns die Dinge, die wir für so schrecklich halten, eine große Lehre. Es gibt keine Fehler, es fehlt an nichts.” ~ Byron Katie. Eintausend Namen für Freude

KontaktZuZum Abschluss eine gute Nachricht

Sind Männer distanziert und Frauen ängstlich? Nein, auf keinen Fall.

Der vermeidende Beziehungstyp ist nicht grundsätzlich dem männlichen Geschlecht zuzuordnen und der ängstliche nicht dem weiblichen Geschlecht.

Ergebnisse der Paarbindungsforschung weisen nach, dass beide Beziehungstypen bei Männern und Frauen zu finden sindDie Ergebnisse belegen, dass rund 20% ängstlich und 25% vermeidend sind. Die restlichen 5% gehören der Kombination aus ängstlich und vermeidend an. Die Mehrheit der Bevölkerung gehören dem sicheren Beziehungstypen an. Das gilt für Frauen wie für Männer.

Das ist eine gute Nachricht für dich, wenn du dich in dem ängstlichen Beziehungstypen wiederfindest. Du bist nicht darauf verdammt, mit einem Distanzpartner klarzukommen.

Es gibt genug Männer, die eine sichere Bindung eingehen. Männer, die sich dir mitteilen, sich dir liebevoll zuwenden, sich nicht zurückziehen, sondern verantwortungsvoll und konsequent für dich da sind.

Wenn du verstehst, wie dein Bindungssystem funktioniert, wirst du verstehen, welche Beziehungen dich glücklich machen. Du wirst Lust auf einen Mann bekommen, bei dem du dich sicher fühlst.

 

Auch das belegt die Forschung

Männer mit einem sicheren Bindungssystem lehnen dich als ängstlichen Beziehungstyp nicht ab.

Es kommt auf dich an und deine Bereitschaft, dich auf eine Beziehung einzulassen, in der du nicht zum Nervenbündel wirst. Zu lernen, das als Liebe zu erkennen, was du als nett und tendenziell langweilig empfindest.

Wenn du das nicht möchtest, ist längst nicht alles verloren. Ist der aktuelle Mann in deinem Leben ein vermeidender Beziehungstyp, kommt es auf euer beider Bereitschaft an. Wenn beide ihr Bindungssystem verstehen, können beide wachsen. Die Begegnung zwischen euch bekommt dann eine neue Qualität.

Du siehst – alles ist möglich. 💖

Lass dich unterstützen, wenn du es dir allein nicht zutraust. Melde dich bei mir für eine Gratis-Beratung. Gemeinsam schauen wir, wie du deine Selbstliebe stärkst, emotional loslässt und so anziehend für Partner wirst, die wirklich zu dir passen.

Herzlich 💖

Deine Jivana

 

17 Kommentare

  1. Liebe Gabriele,

    ein dickes <3 von mir.

    Liebe Grüße
    Jivana

    Antworten
  2. Liebe Heidi,
    meine Assistentin wird sich heute bei dir melden und dann schauen wir, wie wir dich bestmöglichst unterstützen können.

    Herzliche Grüße
    Jivana

    Antworten
  3. Hallo,

    das war das Beste und hilfreichste was ich bislang gelesen habe. Danke.
    Ich bin der Nähepart und meine Frau der Distanzpart.
    Ich werde versuchen mich weiterzuentwickeln, mehr kann ich nicht tun.
    Werde versuchen die Sachen aus Deinen Tipps umzusetzen und nichts pers. zu nehmen. Du hast mir sehr geholfen.

    Olli

    Antworten
    • Hallo, seit 1Jahr haben wir…”eine Beziehung” oder was auch immer…Status undefiniert….und jetzt habe ich den Kontakt abgebrochen seit 1 Monat….das letzte das er schrieb war, dass er sich freut dass ich mir ne Auszeit nehme….ich will gar keine Auszeit …ich wünsche mur nichts anderes al mit ihm zusammen zu sein…doch das geht nicht…ich sehe es als beendet an, denn er wird sich nicht melden und ich kann es nicht tun aus Angst dass es wieder so weitergeht…ich habe mich gerade etwas daran gewöhnt, dass er nicht mehr in meinem Leben ist …. Es war sehr schmerzhaft jeden Morgen ohne Nachricht von ihm aufzustehen…er wohnt ja auch noch 600km weit weg von mir…was dazu führte dass wir uns eh wenig sahen.
      Ich bin trotzdem sehr traurig u habe grosse Sehnsucht nach ihm…ich vermisse ihn und irgendwas in mir willes nicht wahrhaben und akzeptieren dass es vorbei sein soll… Jedoch zusammensein mit ihm weiss ich auch nicht wie das funktionieren soll…denn es hat mich meine letzten Kräfte gekostet in einer Zeit (Scheidung, Rosenkrieg, 2Kinder, Haus verkaufen müssen, Umzug, neue Wohnung in fremder Gegend) wo ich einen Partner brauchte bei dem ich mich anlehnen kann, doch er kam nicht mehr und wollte nichts mehr wissen, nur die schönen angenehmen Sachen. Damit kann ich nichts anfangen. Ich glaube nicht dass es eine Zukunft gibt für uns.
      Danke für deinen Blog, das hat mir sehr geholfen. Ich kann num verstehen, dass ich ok bin und mich nicht mehr selbst kritisieren. Danke
      Viele Grüße
      Huanita

      Antworten
      • Liebe Huanita,
        das tut mir leid, dass du das so erleben musst und es freut mich, dass dir mein Artikel da hilft und du dich besser verstehen kannst.
        Ich glaube, du hast eine gute Entscheidung getroffen, das zu beenden. Es klingt so, als würde dir der Kontakt nicht guttun. Da sorgst du gut für dich, wenn du da aus dem Kontakt bleibst.
        Ich wünsche dir viel Kraft weiterhin.💖
        Herzliche Grüße
        Jivana

    • Lieber Olli,
      vielen dank für deinen Kommentar. Das freut mich sehr, dass ich dir mit meinem Artikel helfen konnte.

      Herzliche Grüße
      Jivana

      Antworten
  4. Liebe Jivana,

    das ist wieder so wertvoll. Danke von Herzen.

    Als bindungsaengstliche Frau sehe ich meinen Anteil des Scheiterns. Ueber die Trennung (3 Jahre) nicht hinweg, will(!) ich endlich loslassen, weitergehen.

    Ich merke, zum Bindungsvermeider zu mutieren und werde(!) gegensteuern🙏.

    Lieben Gruss
    Tone

    Antworten
    • Das freut mich, liebe Tone, dass dir mein Artikel gefällt.
      Ja, das ist gut, da wachsam zu sein. Gut, dass du dir da schon bewusst bist, dass da Tendenzen zum Vermeiden sind. Dann wirst du gegensteuern können.
      Herzliche Grüße 💖
      Jivana

      Antworten
  5. Mein Freund will alleine sein und sich finden ohne mich, distanz und nähe brauche ich! Ich bin sehr traurig .. 1 Jahr Beziehu
    g

    Antworten
    • Das tut mir leid, liebe Alessandra, dass dich das traurig macht. Doch wenn du ihm den Raum geben kannst, wird er sich dir mit Sicherheit wieder zuwenden können.

      Alles Liebe und herzliche Grüße,
      Jivana

      Antworten
  6. Mein Mann hat schon die Scheidung eingereicht!

    Antworten
    • Das tut mir leid, liebe Esther.

      Antworten
  7. Hallo, mein Mann hat sich vor 3 Monaten von mir getrennt und ist in eine eigene Wohnung gezogen. Wir sind seit 13 Jahren zusammen. Während des letzten Coronajahres fühlte ich, dass er sich immer mehr distanzierte..was in mir Angst auslöste. Wenn ich ihn darauf ansprach, sagte er nur..es ist nichts..sei doch nicht so unsicher…dann kam auf einmal die Trennung. Diese Situation hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen..es kam für mich unerwartet und ich habe seitdem extreme Verlustangst. Was mich irritiert, dass er jedesmal sagt..ich fühle für Dich wie für eine Schwester…aber google mal wie viele Partner evtl. ein zweites Mal zusammen kommen nach einer Trennung…dieses zweideutige macht mich irre…ich weiss dann nie kann ich Hoffnung haben oder nicht…wodurch ich dann Probleme beim Loslassen habe. Jetzt habe ich erstmal den Kontakt abgebrochen um zu mir zu finden, da ich fast 10 Wochen nur geweint habe…immer wenn ich ihn sehe, sagt er mir: Du musst mich loslassen, damit ich endlich frei sein kann…das triggert mich jedesmal und mir gehts dann richtig schlecht…durch den Kontaktabbruch geht es jetzt nach und nach etwas besser…wieso geben die Distanzierer diese doppeldeutigen Botschaften? Würde das so gerne verstehen.

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    • Liebe Birte,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, das tut weh nach so vielen Jahren. Da kann ich dich gut verstehen. Es scheint mir so, dass er sich Zeit genommen hat, um auch für sich nach den vielen Jahren klar zu werden und dass er es nicht so gut kommunizieren kann. “Ich fühle für dich wie eine Schwester” heißt ja, dass du ihm wichtig bist und ihm die leidenschaftlichen Gefühle fehlen. Gut, dass du dir Zeit für dich genommen hast. Es ist oft leichter, wenn einer von beiden geht, wenn wir dann nicht mehr in Kontakt sind. Da sorgst du gut für dich. Doppelte Botschaften senden wir, wenn wir nicht wissen, wie wir das, was wir erleben, ausdrücken sollen. Mein Eindruck ist, es fällt ihm nicht leicht, zu sagen, was er will und fühlt. Für ihn sind es ja auch 13 Jahre.
      Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit, liebe Birte. 💖
      Herzliche Grüße
      Jivana

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  8. Mit seinem Distanzstreben und seiner Verschlossenheit hat mein Mann nicht nur mich sondern auch unsre 3 Kinder traurig gemacht. Ich halte das angespannte Schweigen kaum aus und weiß dennoch genau, dass nur Distanz von mir ihn vielleicht wieder zurückkommen lässt. Ich liebe ihn, doch muss ich ihn lassen und ganz bei mir selbst sein. Paradox und traurig, oder?

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    • Liebe Katrin,
      vielen Dank für deine Zeilen.
      Das kann ich gut verstehen, dass du das paradox und traurig findest und gleichzeitig ist das eine sehr weise Sicht, die du darüber hast. Der Distanzpartner kann sein Nähebedürfnis nur oder erst wieder spüren, wenn da keine Nähe mehr um ihm herum ist. Und wenn du ihm dann aus deiner Position, ganz bei dir selbst zu sein, wieder begegnest, kann ein Neuanfang möglich sein. Was nicht heißen soll, es liegt alles an dir. Keineswegs! Es braucht ebenso, dass dein Partner auch die gebotenen Entwicklungsschritte für sich geht.

      Herzliche Grüße und bleibe auf deinem Weg zu dir selbst, da liegt der Schlüssel für dich!
      Jivana

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    • Liebe Katrin,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Er trifft, was viele erleben mit einem Partner, der sich distanziert. Ja, es ist paradox, damit Nähe entstehen kann, müssen wir dem anderen fern bleiben. Es tut mir leid, dass du es so erleben musst. Und doch ist es ein Weg, wie ihr zueinander finden könnt – auch wenn der sehr anstrengend sein kann.
      Ich wünsche dir, dass ihr zusammenfindet, liebe Katrin. 💖
      Herzliche Grüße
      Jivana

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